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12 kWh heute – ist das gut? So lesen Sie Ihren PV-Ertrag richtig

Autorenbild: Andreas Gallmetzer
Andreas Gallmetzer
11. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Die App macht ihren Job – nur einen anderen

Vorweg: Die Portale der Wechselrichter-Hersteller sind gute Werkzeuge. Sie messen präzise, zeigen Momentanleistung und Tagesertrag und speichern die Historie. Das ist wertvoll, und es ist genau die Aufgabe, für die sie gebaut wurden: anzeigen, was ist.


Bewerten, was sein sollte, ist eine andere Aufgabe. „12 kWh heute" ist eine Messung, kein Urteil – so wie ein Tacho 80 km/h anzeigt, ohne zu wissen, ob Sie gerade auf der Autobahn oder in einer Spielstraße unterwegs sind. Die Zahl stimmt. Die Einordnung fehlt.


Dieselbe Zahl, zwei Bedeutungen

Nehmen wir eine typische 10-kWp-Anlage in Südtirol. An einem trüben Novembertag mit Talnebel sind 12 kWh ein völlig normaler Wert – die Anlage arbeitet einwandfrei. An einem wolkenlosen Junitag, an dem 50 bis 60 kWh möglich wären, sind dieselben 12 kWh ein massiver Einbruch. Das deutet auf Verschmutzung, einen String-Ausfall oder neue Verschattung hin.


Ohne wetterbereinigten Soll-Wert sind beide Tage in der App identisch: eine Zahl, eine Kurve, kein Kommentar. Genau in dieser Lücke verstecken sich die schleichenden Verluste. Denn eine Anlage, die 10 oder 15 Prozent unter ihrem Potenzial läuft, liefert weiterhin jeden Tag Zahlen, die für sich genommen normal aussehen.


Was die Forschung zur Verschmutzung zeigt

Dass dieser unsichtbare Verlust real und messbar ist, ist wissenschaftlich gut belegt:


Fraunhofer CSP (Fachjournal Joule, 2019): Ein Forscherteam um Klemens Ilse hat den Effekt erstmals global quantifiziert. Ergebnis: Verschmutzung reduzierte die weltweite Solarstromproduktion im Jahr 2018 um mindestens 3 bis 4 Prozent – ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 3 bis 5 Milliarden Euro, Jahr für Jahr.


Berner Fachhochschule (Langzeitmessungen): Über mehrere Jahre dokumentierte das Team um Heinrich Häberlin an untersuchten Anlagen Ertragsminderungen durch Verschmutzung von rund 8 bis 12 Prozent – jeweils gemessen unmittelbar vor der Reinigung.


IEA PVPS (Task 13, 2022): Das internationale Photovoltaik-Programm der IEA widmet dem Thema einen eigenen Fachbericht. Es beschreibt Verschmutzung als stark standortabhängigen Verlustfaktor – der ohne systematisches Monitoring unentdeckt bleibt.


Zur Einordnung: Die normale Alterung von Modulen liegt laut Fraunhofer ISE bei konservativ gerechnet etwa 0,5 Prozent pro Jahr. Verschmutzung kann in einem einzigen Sommer ein Vielfaches davon kosten. Im Gegensatz zur Alterung ist sie behebbar.


Vom Messwert zur Handlung

Für Anlagenbesitzer heißt das: Der Weg von der Zahl zur Entscheidung hat drei Stufen. Messen – das erledigt Ihre App bereits zuverlässig. Bewerten – dafür braucht es einen täglichen Soll-Ist-Vergleich, der Wetter, Ausrichtung und Anlagenalter einrechnet. Handeln – dafür braucht es eine Klartext-Diagnose und einen konkreten Schritt mit Fixpreis, aber nur dann, wenn sich der Einsatz auch rechnet.


Bei einer 10-kWp-Anlage in Südtirol stehen dabei schnell 400 Euro und mehr pro Jahr auf dem Spiel. Ihre App bleibt dabei, was sie ist: Ihr präziser Tacho. Was bisher fehlte, ist die Instanz, die täglich sagt, ob die Geschwindigkeit stimmt – und was zu tun ist, wenn nicht. Genau für diese Lücke gibt es Solkura.


Die Vorteile einer intelligenten Überwachung

Eine intelligente Überwachung Ihrer PV-Anlage bietet viele Vorteile. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Analyse der Leistungsdaten. So können Sie schnell auf Veränderungen reagieren.


Mit einer bedarfsgerechten Überwachung können Sie Ertragsverluste vermeiden. Sie wissen immer, wie viel Ihre Anlage produziert und ob das im Rahmen des Möglichen liegt. Diese Transparenz ist entscheidend für eine optimale Nutzung Ihrer Investition.


Fazit: Ihre PV-Anlage optimal nutzen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die richtige Überwachung entscheidend ist. Die App zeigt Ihnen die Zahlen, aber die Bewertung und das Handeln sind essenziell. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre PV-Anlage in Südtirol optimal arbeitet.


Nutzen Sie die Möglichkeiten der intelligenten Überwachung. So vermeiden Sie Ertragsverluste und maximieren Ihre Rendite.


Quellen

  • Ilse, K. et al. (2019): Techno-Economic Assessment of Soiling Losses and Mitigation Strategies for Solar Power Generation. Joule, 3(10), S. 2303–2321. DOI: 10.1016/j.joule.2019.08.019

  • IEA PVPS Task 13 (2022): Soiling Losses – Impact on the Performance of Photovoltaic Power Plants. Report IEA-PVPS T13-21:2022

  • Häberlin, H. (Berner Fachhochschule): Langzeiterfahrungen in der Photovoltaik-Systemtechnik. Langzeitmessungen zur Ertragsminderung durch Verschmutzung

  • Fraunhofer ISE (laufend aktualisiert): Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland

 
 
 

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