Wohin verschwinden 15 % Ertrag? Anatomie des stillen Verlusts
- Andreas Gallmetzer
- 22. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Ihre Anlage produziert. Die App zeigt Kilowattstunden. Und trotzdem fehlen am Jahresende hunderte Euro – so setzt sich der Verlust zusammen.

Der Denkfehler: „Sie produziert doch“
Der stille Verlust ist deshalb still, weil eine Anlage fast nie auf null fällt. Sie liefert einfach 10, 15 oder 20 Prozent weniger, als sie könnte – und ohne Vergleichswert sieht jede Ertragszahl normal aus. War der April gut oder schlecht? Ohne wetterbereinigtes Soll ist das nicht zu beantworten. Genau diese Lücke kostet eine typische 10-kWp-Anlage in Südtirol 400 bis 450 Euro pro Jahr.
Die vier Verlustquellen – und ihre Größenordnung
1. Verschmutzung (der größte Posten): Studien der Berner Fachhochschule haben an geprüften Anlagen bis zu 30 % Leistungsverlust durch Oberflächenverschmutzung nachgewiesen; 10 bis 15 % sind ein realistischer Wert für Anlagen nahe Landwirtschaft, Straßen oder mit flacher Neigung. Der Verlust wächst schleichend über Wochen – Regen wäscht nur einen Teil ab.
2. Degradation (der normale Posten): Module altern um etwa 0,5 % pro Jahr – das ist eingepreist und kein Grund zur Sorge. Verliert Ihre Anlage deutlich schneller, steckt meist einer der anderen drei Punkte dahinter.
3. Teildefekte (der tückische Posten): Ein ausgefallener String kostet je nach Anlage 25 bis 50 % – als plötzlicher Sprung in der Kurve klar erkennbar, wenn jemand hinschaut. Defekte Bypass-Dioden und Hotspots nagen dagegen unauffällig mit einstelligen Prozenten.
4. Neue Verschattung (der langsamste Posten): Der Baum des Nachbarn wächst jedes Jahr ein Stück. Der Verlust tritt nur zu bestimmten Tageszeiten auf und wandert mit den Jahreszeiten – im Jahresmittel unsichtbar, im Tagesprofil eindeutig.
Die Rechnung für Südtirol: 10 kWp × ca. 1.100 kWh/kWp Jahresertrag × 15 % Verlust × 0,28 €/kWh Strompreis = rund 460 € pro Jahr – Jahr für Jahr, solange niemand hinschaut.
Warum niemand hinschaut
Nicht aus Faulheit – aus Systemgründen: Die Hersteller-App zeigt Rohdaten ohne Soll-Vergleich, der Installateur hat nach der Übergabe kein Mandat mehr, und der Reinigungsanbieter empfiehlt naturgemäß immer die Reinigung. Es fehlt die neutrale Instanz, die täglich vergleicht und nur dann Alarm schlägt, wenn Handeln sich rechnet. Genau das ist die Lücke, für die es Solkura gibt.


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